psychologische SUCHT- & LEBENSHILFE

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 Gesellschaftsdroge NR. 1 ALKOHOL

     

Alkohol und Fahrtüchtigkeit:

Abstufungen der Alkoholkonzentration im Blut und deren Auswirkungen:

  • ab 0,2 Promille   Enthemmende Wirkung mit Steigerung der Redseligkeit, das Wahrnehmungsvermögen für bewegliche Quellen wird herabgesetzt.
  • ab 0,3 Promille   erste Beeinträchtigungen des Sehfeldes und Probleme bei der Entfernungseinschätzung, die Aufmerksamkeit nimmt ab.
  • ab 0,4 Promille   es entsteht der "Tunnelblick" - d.h. das Blickfeld wird tunnelförmig eingeschränkt.
  • ab 0,5 Promille   deutliches Nachlassen der Reaktionsfähigkeit, insbesondere auf rote Signale, deutliche Erhöhung der Risikobereitschaft.
  • ab 0,6 Promille   lässt das Reaktionsvermögen drastisch nach.
  • ab 0,7 Promille steigt die Risikobereitschaft, starke Abnahme der Selbstkontrolle
  • ab 0,8 Promille   erste Gleichgewichtsstörungen, das Gesichtsfeld ist eingeengt, deutliche Enthemmung, die Lenkbewegungen sind gestört, Verkehrsschilder werden übersehen.
  • ab 1,0 - 1,5 Promille   Sprachstörungen, Risikobereitschaft und Aggressivität steigen.
  • ab 2,0 - 2,5 Promille   starke Koordinations- und Gleichgewichtsstörungen, lallende Aussprache
  • ab 2,5 Promille   Bewusstseinseintrübung, Lähmungserscheinungen, Doppelsehen und Ausschaltung des Erinnerungsvermögens.
  • ab 3,5 Promille   lebensbedrohliche Zustände; es besteht die Gefahr einer Lähmung des Atmungszentrums, die zu Koma oder Tod führen kann.
  • ab ca. 5 Promille   in den meisten Fällen TOD
     

WIRKUNGSWEISE DES ALKOHOLS:

Über die Schleimhaut des Verdauungstraktes gelangt der Alkohol ins Blut. Die Aufnahmegeschwindigkeit hängt stark von der körperlichen Konstitution und der Nahrungsaufnahme ab.

Über das Blut wird der Alkohol im gesamten Körper verteilt, etwa 30-60 Minuten nach der Alkoholaufnahme wird die höchste Blutalkoholkonzentration erreicht. Ausgeschieden wird der Alkohol über die Atemluft, Schweiß und Urin, während der Hauptabbau über die Leber erfolgt.

Abhängig von individuellen Faktoren beträgt die Abbauzeit etwa 0,1-0,2 Promille pro Stunde.

Über das Blut gelangt der Alkohol in das Gehirn, wo er die Informationsübertragung der Nervenzellen beeinflusst, indem er bei einer geringen Dosierung stimulierend, bei mittleren und höheren Dosen jedoch hemmend wirkt. Abhängig von der Dosis wird hierbei der Neurotransmitter DOPAMIN freigesetzt, dem man - ähnlich wie bei anderen Suchtmitteln wie Heroin, Nikotin oder Kokain - die "belohnende" Wirkung des Alkohols zuschreibt.

Bei langfristig erhöhtem Alkoholkonsum verändern sich bestimmte Rezeptoren hinsichtlich ihrer Anzahl und ihrer Wirkungsweise. Hierdurch entstehen bei einem abrupten Absetzen der Substanz massive Fehlregulationen, auf die beispielsweise die auftretenden Entzugserscheinungen zurückzuführen sind.

RISIKEN und Folgeschäden:

Vor allem die Beeinträchtigung der Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit, der Wahrnehmung und der Urteilskraft zählen zu den akuten Risiken des Alkohols.

Bei regelmäßigem erhöhtem Konsum kommt es in praktisch allen Geweben zu Zellschädigungen, da der Alkohol sich durch das Blut im ganzen Körper verteilt.

Organschäden infolge des chronisch erhöhten Alkoholkonsums sind unter anderem:

Veränderung der Leber (Fettleber, Leberentzündung, Leberzirrhose), der Bauchspeicheldrüse, des Herzens (Erweiterung des Herzmuskels) sowie des zentralen und peripheren Nervensystems (Hirnatrophie, Polyneuropathie) und der Muskulatur (Muskelatrophie).

WICHTIGE HINWEISE:


Ein abruptes Absetzen des Alkohols kann gefährliche Entzugserscheinungen zu Folge haben. Aufgrund der Veränderungen des Nervensystems können diese bis hin zu zentralnervösen Krampfanfällen und zum Delirium tremens (Nach Alkoholentzug auftretende akute organische Störung, die in der Regel zwischen drei und sechs Tagen anhält und durch Bewusstseinseintrübung, Halluzinationen und heftiges Zittern gekennzeichnet ist.) führen. Dabei tritt ein Orientierungsverlust und eine Bewusstseinsstörung ein, die häufig von Schwitzen, erhöhtem Puls und Blutdruck sowie Unruhe und Angstzuständen begleitet wird.

ALKOHOL UND ABHÄNGIGKEIT:

Da Alkohol praktisch unbeschränkt verfügbar ist, besteht gegenüber illegalen Drogen ein erhöhtes Gefährdungspotential.

So erzeugt Alkohol eine psychische und körperliche Abhängigkeit.

Folgende Kriterien können ein Indiz für eine Abhängigkeit sein:

Es besteht ein starker Wunsch oder Zwang Alkohol zu konsumieren.

Es besteht eine verminderte Kontrollfähigkeit bezüglich des Beginns, der Beendigung und der Menge des Konsums.

Das Auftreten eines körperlichen Entzugssyndroms.

Es kann eine Toleranz nachgewiesen, d.h. es sind zunehmend höhere Dosen erforderlich, um die ursprünglich durch niedrige Dosen erreichten Wirkungen hervorzurufen.

Andere Vergnügungen oder Interessen werden zugunsten  des Substanzkonsums zunehmend vernachlässigt.

Der Alkoholkonsum wird trotz nachweisbarer eindeutiger schädlicher Folgen körperlicher, sozialer oder psychischer Art fortgesetzt.

ACHTUNG:

Bei gleichzeitiger Einnahme von Alkohol und anderen Drogen kann die Wirkung der Substanzen und damit das gesundheitliche Risiko extrem verstärkt werden. Auch bei der Einnahme von Medikamenten sollte kein Alkohol konsumiert werden, da auch hier Wirkungen verstärkt werden, bzw. gefährliche Nebenwirkungen oder Komplikationen auftreten können.
 

(Quelle: DHS, Deutsche Hauptstelle gegen die Suchtgefahren e.V.)